Neu an der Uni Oldenburg und im Netzwerk Industrial Ecology

Kaskadierende Nutzung am Beispiel Automobile

Kaskadierende Nutzung am Beispiel Automobile

Die Universität Oldenburg hat seit März 2014 eine neue Nachwuchs-forschergruppe unter der Leitung von Dr.-Ing. Alexandra Pehlken. Ihre Arbeit zielt darauf ab, Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu nutzen und so die Ressourcen sowie die Umwelt zu schonen und ökonomische Potenziale zu erschließen.

Erst Autoreifen, im zweiten Leben vielleicht Dämmplatte oder Schuhsohle, und im dritten möglicherweise Bodenbelag — wird ein Rohstoff wie Rohöl, aus dem Autoreifen heute noch größtenteils bestehen, mehrfach und über mehrere Stufen genutzt, spricht man von „Kaskadennutzung“.

„Kaskadennutzung von Materialien zum nachhaltigen Ressourcenmanagement“ oder kurz „Cascade Use“ heißt die interdisziplinäre Gruppe. Das Bundesforschungsministerium fördert sie im Programm „Globaler Wandel“ mit knapp 1,4 Millionen Euro über vier Jahre, und bei Bedarf auch ein Jahr länger. Die autarke Gruppe ist an der Fakultät Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Uni Oldenburg angesiedelt und besteht aus fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Neben Leitung und Assistenz werden hier drei Doktoranden forschen und in der Zeit auch promovieren.

Die Nachwuchsforschergruppe tritt für die Zeit ihrer Förderdauer dem Netzwerk Industrial Ecology Deutschland bei und erhofft sich Austausch im Bereich des Autorecyclings und der Materialflussanalysen im Kontext Auto, Elektromobilität und Ressourceneffizienz.

Einer der Nachwuchswissenschaftler kommt von der Shanghai Jiao Tong University. „Durch unsere enge Kooperation mit der chinesischen Universität werden wir weitere wertvolle Impulse erhalten“, ist sich Dr.-Ing. Alexandra Pehlken sicher. „Wir werden dort mit einem der renommiertesten chinesischen Recycling-Experten für „Car-remanufacturing“ zusammenarbeiten: Prof. Chen Ming.“

Die Forscher beschäftigen sich mit der Frage, wie Materialien in Produktlebenszyklen eingebunden sind und wann sie wieder zur Verfügung stehen, um sie entweder wieder- oder weiterzuverwerten. Dazu entwickelt sie ein Werkzeug, das Entscheidern in Wirtschaft, Verwaltung und Politik dabei helfen soll, die Potenziale zur optimalen Materialnutzung bei geringstmöglichem Umwelteinfluss zu erkennen und zu bewerten. Dafür setzen die Wissenschaftler auf Materialflussanalysen mit technologischem, ökologischem und ökonomischem Bezug. Sie entwickeln eine Methode zur Einschätzung der produktlebenszyklusübergeifenden Materialverfügbarkeit und ermitteln dafür zum Beispiel auch die CO2 -Emissionen innerhalb der Recyclinghierarchie.

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